Empty Trash – Eine Band auf Erfolgskurs
Livereport -> 10. December 07
Max Buskohl und seine Schülerband haben das erreicht, wovon viele junge Künstler träumen: Den Abschluss eines Plattenvertrags beim renommierten Label EMI.
Viele Kritiker halten diesen Deal für einen gigantischen Griff ins Klo, da der RTL-Ruhm, welcher über dem EX-DSDS Star schwebt, ja bekanntlich nur kurzlebig ist. Die Band sei einfach noch nicht reif genug, so heißt es von allen Seiten. Wir wollten uns einmal persönlich davon überzeugen, welche Livequalitäten die Newcomer besitzen und haben uns auf den Weg nach Münster zu einen ihrer Konzerte gemacht.
Schon bei unserer Ankunft, fünf Stunden vor Konzertbeginn, machen uns vor der Konzerthalle wartende Fans klar, was wir von Empty Trash zu halten haben.
"Max ist so geil!", erklärt uns die 15-jährige Janina aus Hamburg, die mit ihren drei Freundinnen schon am frühen Morgen in Münster angekommen ist. "Ich liebe sein Piercing!" Wie uns Janine später noch berichtet, ist das bereits das vierte Empty Trash-Konzert, welches sie besuchen wird.
Noch bevor der Rest der wartenden Massen in die Konzerthalle eingelassen wird, bekommen wir einen ersten exklusiven Einblick in das, was Veranstaltungstechniker schon seit den frühen Morgenstunden aufgebaut haben. Große Lichtanlagen und Soundsysteme schmücken das alte Fabrikgebäude und lassen uns neugierig auf ihre Leistung werden. Überall wuseln schwer beschäftigte Menschen rum und von Stunde zu Stunde werden es mehr. Nur die fünf Menschen, auf die nicht nur wir, sondern zirka 400 andere Menschen vor der Halle warten, lassen sich nicht blicken. Nervosität macht sich im Team breit, als der Tourmanager dem entnervten Locationbetreuer über Handy mitteilt, dass er zusammen mit der Band in einen Kilometer langen Stau steckt, der sich nur langsam löst. Das lang erwartete Konzert droht auszufallen.
Erst kurz vor Beginn ihres Auftritts, hasten die fünf Berliner Jungs auf die Bühne und machen einen viel zu kurzen Soundcheck. Von all dem bekommen die Fans draußen nichts mit und als pünktlich um 21:00 Uhr eine frisch gestylte und strahlende Band auf der Bühne steht, ist die Illusion perfekt.
Mit rockigen Beats aus ihrem Erstlingswerk "Confession", bringen sie das durchschnittlich jugendliche Publikum zum durchdrehen. Max Buskohls Selbständigkeits-Konzept scheint im vollen Umfang aufzugehen. Neben kleinen Kreischereien, singt das Publikum textsicher jede von Max Buskohls Eigenkompositionen mit. Das ist das neue Leben von Jörn, Max, Julius, Tim und Stefan - voller Stress, Zukunftsängste und Terminen. Dabei hat die Karriere startete die Karriere von Empty Trash erst vor ungefähr zwei Jahren, als der junge Max von seinem Internatsaufenthalt in Irland wieder zurück nach Berlin kehrt und dort nach und nach seine anderen Bandkollegen zusammen sucht. Erst im August 2007 tritt das vorerst letzte Bandmitglied Tim der Band bei und unterstützt sie seit dem mit Gitarre und Stimme.
Stunden nach dem großen Auftritt und fleißigem Autogramme schreiben, erzählen er und Max uns ganz exklusiv ein paar weitere Details aus ihrem stressigen Bandalltag einer Band am Anfang ihres musikalischen Traums.
Der auch unter seinem Künstlernamen "Charlie Crawford" bekannte EX-Deutschland-sucht-den-Superstar-Kandidat "Max Buskohl", vermisst sein altes Schulleben nicht wirklich. Damals, zu DSDS-Zeiten, hatte er den Schritt gewagt sein Leben ganz der Musik zu verschreiben und die Bildung mal eben sausen zu lassen. Ein hoher Einsatz, für einen wackeligen und harten Job in der Musikbranche, der nur wenigen auf Dauer reserviert bleibt. Doch Max ist von seinem mutigen Schritt überzeugter denn je und bereut ihn nicht. Besonders stolz erzählen er und Gitarrist Tim uns von ihrem Plattendeal mit dem Major-Label EMI-Capitol:
"Wir haben das volle Mitspracherecht, was unsere Musik angeht. Wir lassen uns von niemanden was reinreden."
Anders als die gewöhnliche Eintagsfliege am Pophimmel, hat Empty Trash keinen Künstlervertrag, sondern einen so genannten Bandübernahme-Deal, der beinhaltet, dass sie die alleinigen Herren über ihre Musik sind. Und wie uns Max auch erzählte, sollte es wohl schon vor RTLs Castingshow zu solch einem Vertragsabschluss kommen - Dank sei Papa und Berufsmusiker Carl Carlton, der im Übrigen auch den Bandnamen "Empty Trash" erfunden hat. Doch nicht nur Namensgeber ist der liebe Vater, sondern auch Co-Produzent des Debutalbums Confession. Interessant wird es, als Max Buskohl ungefragt von vergangenen DSDS-Zeiten plaudert. Anders als erwartet, erzählt er, dass RTL bzw. Grundy- die Produktionsfirma von Deutschland sucht den Superstar-, Max damals nicht rausgeworfen haben.
"[…] Ich wurde da nicht rausgeprügelt! Das Ganze wurde von den Medien einfach nur hochgepusht. RTL hat dann halt nichts gegen diese Gerüchte gesagt, aber auch nichts dafür."
Frontmann Max Buskohl War also alles nur eine clevere Werbestrategie, die der Privatsender verfolgt hatte? Ist RTL doch nicht der böse Buhmann, der jungen Menschen die Möglichkeit nimmt sich bei Fremdsendern zu profilieren? Als Max Buskohl damals "freiwillig" DSDS verlassen hat, startete Prosiebens-Chefentertainer Stefan Raab eine Promotionaktion zu Gunsten Max Buskohl. Ziel war es, die damals noch nicht unter Vertrag stehenden Bandmitglieder von "Empty Trash" bei Pro7 in seiner Sendung "TV Total" auftreten zu lassen. Doch Vertragsklauseln Grundys ließen solche "Fremdauftritte" nicht zu. Hohe Geldstrafen drohten dem Leadsänger Max, hätte er damals den Vertrag gebrochen. Doch so schlimm war das alles gar nicht für ihn, antwortete er auf unsere Frage hin:
"[…] im ersten Moment ist es schon ärgerlich, aber es wäre ohnehin dumm gewesen, ohne Album bei TV Total aufzutreten. Später, nach Album-Veröffentlichung, hätte er uns dann vielleicht nicht mehr eingeladen."
Trotz der zuerst sanften Worte RTL & Grundy Light Entertainment gegenüber, legt Max später noch mal scharf nach. Wir wollten wissen, ob es zu empfehlen sei als Musiker Castingshows wie DSDS zu besuchen.
"Nun, ich weiß nicht, was ich sagen soll… Man sollte wissen, ob man wirklich in diesen POP-Bereich gehört. Für manche scheint das gut zu sein, für mich ist es definitiv nichts. Ich bin ein Rocker."
Da Stellt sich nun die sich vielleicht selbst beantwortende Frage, wieso Max DSDS bis fast zum Schluss durchgezogen hat. Zwar nicht immer mit sanften Dieter Bohlen-Balladen, aber POP war allemal dabei.
"Wir spielen mit unseren Fans gerne Schach"
Während des Interviews kommen auf einmal drei nette Mädchen in unseren provisorischen Interviewraum. Schnell erklärt der Tourmanager Max und Tim, dass es sich um die Gewinnerin eines Meet & Great handeln. Eine kurze Begrüßung und ein paar Umarmungen später erzählen uns Max und Tim, was sie mit ihren weiblichen Groupies am liebsten machen:
"[…] manchmal spielen wir Schach mit ihnen, im Hotelzimmer. Das macht viel Spaß!"
Verschmitzt grinsend blicken die beiden Teenager zu ihren Fans rüber, die ganz aufgeregt zu kichern anfangen. Tatsächlich scheinen Empty Trash ihre Fans sehr zu lieben. Über eine Stunde lang geben sie nach ihrem Konzert auch noch dem letzten Zuschauer ein Autogramm mit auf den Weg. Ebenfalls betonen sie während des Interviews öfters, wie wichtig es ist eine sturmfeste Fanbase zu haben. Ob sich bei "Empty Trash" wirklich ein permanenter Erfolg einstellen wird, werden die nächsten Monate zeigen. Hörenswert sind die Berliner Newcomer alle male und wer gerne Schach spielt, der sollte sich mit Empty Trash sehr wohl fühlen.